Strongwalkers Notizen

Märchenwanderung im 7 Seen Land 2017

Es begab sich vor langer Zeit ein junger Wandersbursch aus dem Sauerland in den tiefen Osten, da  der dortige  Hollenmarsch über 101km wegen großen Unwettern ausfallen sollte. Man schrieb das Jahr 2008 und andere zünftige Wandersleute rieten dem Wandersbursch: Wenn du mal richtig satt werden möchtest beim Wandern, dann reise nach Markkleeberg wo sich der verrückte Wolfgang eine Wanderung erdacht hat, die um 7 Seen führt (die eigentlich nur olle Löcher sind in die jetzt etwas Wasser gelaufen ist).

Gesagt getan, der Wandersbursch erschien und fand großen Gefallen am Wandern und schlemmen im 7 Seen Land.

So begab es sich dass der (nicht mehr ganz so junge Mann)im Jahre 2009 wieder kam und dort eine Jungfer Claudia traf, die mit anderen jungen Menschen sich auf die kurzen 50, statt auf die heldenhaften 103 km begeben hatte. Immer wieder traf sie den Wandersmann, der  wollte sie überreden doch die ganze Strecke zu gehen... doch nein sie wollte nicht.

Im nächsten Jahr 2010 fand sich die junge Dame dann wieder ein um sich an die große Strecke zu wagen. Zusammen mit Opa Jupp dem Wandersmann aus dem Sauerland (als Papa) gelangte die Maid dann erfolgreich an das Ziel der langen Wanderung.
Viele Jahre später war aus der jungen Maid eine Doktorandin geworden und sie wollte es noch mal mit dem Burschen wagen, der sie auf den ersten Hunderter gebracht hatte. So reiste sie dann extra aus Uetrecht und er aus Hamburg an ins 7 Seen Land.
Um Kräfte zu sparen wurde erst wurde Leipzig ein wenig vom Bus aus betrachtet  und dann ging es am Freitag Abend mit viel mehr Wanderern als früher in Markkleeberg los. Wo sich früher nur ein tapferes kleines Häuflein mutiger Wanderer sich eingefunden hatten um über hundert KM zu gehen waren es nun gleich Hunderte...
Die Strecke dieses Mal sollte nur 100 dann 103 km lang sein. Am Ende war sie mit kleinen Verlaufern 105 km lang.

Erwartungsfroh mir forschem Schritt ging es auf neuer Strecke zum ersten Rastplatz nach 13km, wo traditionell Schmalzbrote mit Heringen als erste Herausforderung für den Magen die Grundlage für das weitere Essen stellten. Dazu dann noch ein Süppchen. Weiter ging es dann zur nächsten Rast nach 21km mit Äpfeln und Bananen.

Kurz vor Zwenkau ging es durch einen Feenwald und die Grenze zu Preußen wurde überschritten und mit einem (na gut es waren zwei )kleinen Schnäpsen begossen. Direkt dann in Zwenkau, wo es Tee gab, trafen der Wandersbursch und die junge Dokorandin dann auf eine weiteres wundersames Paar. Sie irren und suchten den rechten Weg der Ihnen Dank neuer elektronischer Hilfsmittel gewiesen werden konnte.

Es war dunkel man sah ihre Gesichter nicht. Sie war  deutlich kleiner als er und fröhlich, wohl aus der Region kommend und er mit der Sprache aus dem Schwabenländle. Stimmte aber nicht. Er lebte nur seit Jahren in Schwaben, war aber ein Südbadener was hier doch noch mal richtiggestellt werden sollte...

Nach Stunden stellte es sich heraus, dass es sich um einen Roland handelte und bei dem Mägdelein um eine Katrin die sich zum ersten Mal an so eine lange Strecke begeben hatte aber frohen Mutes war. Noch rech forsch schritten die vier jetzt weiter in die Nacht.
Nach 38 km in Pergau dann der Härtetest für den Magen und für die Ohren. Gulaschsuppe, wo wohl allerlei gute Dinge drin waren und dazu Musik aus der Box und Sprüche der fröhlich zechenden Dorfburschen gab es gratis. Kaffee kostete extra, war aber gut. Claudia war etwas weniger gut gelaunt als am Start. Zwar schmeckte vor dem Start die Bratwurst noch, aber eigentlich mag sie ja kein Fleisch...tja... Das Frühstück das als nächstes kam war wirklich bemerkenswert und kräftigte für den Weitermarsch.

Weiter ging es durch den Morgen. Langsam wurden die Beine schwer und der jungen Doktorandin und dem Wandersbursch Roland wurden die Beine schwer. Beide wurden immer leiser und langsamer während Wandersmaid Katrin und der Bursche aus Hamburg fröhlich Witzchen machten und Sprüche klopften.
Auf Dauer konnte dies nicht gut gehen. So kam es dann in den Morgenstunden dass im Morgennebel kurzerhand die Wanderpartner getauscht wurden. Claudia gesellte sich zu Roland und Katrin und der Wandersbursch aus Hamburg legten einen Schritt zu und zogen noch gemeinsam weiter durch den Morgen. Die Chemie stimmte und der Schritt auch und die junge Frau zeigte kein bisschen Schwäche sondern war gar zeitweise noch frischer als der alte Mann aus Hamburg.

Richtig lustig wurde es dann trotz einsetzender Schmerzen dann an einem Aussichtpunkt am Baggerloch, wo fröhliche Mägdelein mit Hüten und Stiefeln Reigen tanzten. Dies nach ca. 70 km bei einem Örtchen mit Namen Deutzen.

Es wurde zäh, doch:
Heppa!

mit der richtigen Motivation geht alles. Die Kilometer zogen sich und zogen sich und doch.... es wurde zwar lang aber nie langweilig.

Am Ziel im 17:15 nach gut 23h und 105km gab es dann Massagen, Biere,  Ehepartner und Kind von Katrin und eine Stunde später auch das Eintreffen von Roland und der Wandersmaid Claudia. Auch auf Roland wartete die Gattin, die sich in der Nacht um den Gatten gesorgt hatte, doch das Klingeln des Handys hatte dieser törichterweise ignoriert.

Alle freuten sich und tranken noch das eine oder andere Bier und wenn sie nicht gestorben sind dann sitzen sie vielleicht immer noch dort und ruhen ihre Beine aus.

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