Bericht der Wandergruppe '"Kleeblatt" vom Leipziger Wanderer e. V.

Wieder einmal stehen wir an einem Freitag Anfang Mai in Markkleeberg auf dem Rathausplatz. Wir, das sind Annett und Daniel Rothe, unsere beiden stark sehbehinderten Wanderfreunde, Grit Schütze und Wolfgang Flohr. Stolz haben wir unsere Button angesteckt, die uns als Wanderer auf der „Zwenkau-Tour“ erkennen lassen. 26 km ist unser heutiges Vorhaben, eigentlich für uns eine kurze Strecke. Trainiert haben wir im letzten Halbjahr ja deutlich längere Tagestouren, was aber einen anderen Grund hat, der im Mai auch noch auf dem Plan steht. Außerdem wurden wir ja von unserer Wandergruppe „Kleeblatt“ gebeten, am Sonnabend bei den 14 Kilometern um den Markkleeberger See („Kleeblatt-Tour“) dabei zu sein.

Der Platz vor dem Rathaus ist wie nun schon in all den Vorjahren proppevoll und die Stimmung ist hervorragend. Für die erste Hälfte der Nacht ist die Wettervorhersage optimal, später soll Regen und empfindliche Kälte dominieren, sagen die Meteorologen. Viele Hände schütteln wir und nette Wünsche werden mit auf den Weg gegeben, hier kennt man uns und als „Vater“ dieser Wanderung bin ich nun mal kein Unbekannter.

Bereits paar Minuten vor dem offiziellen Start sind wir draußen auf der Strecke. Das geht halt nicht anders, denn Annett und Daniel können auf Grund ihrer kaum vorhandenen Sehkraft nicht mitten im Gewühl laufen – die Gefahr, zu stürzen, wäre zu groß. Schnell sind wir auf dem Weg durch das Connewitzer Holz und am Wildpark vorbei. Schon ziehen die ersten „Sprinter“ ihre Spur – ein Tempo, dass wir nicht mithalten wollen und können. Den kleinen „geheimen“ Trampelpfad am Grenzgraben mit einem minimalen Umweg gönnen wir uns, ist dieser Weg eben einfach wunderschön. Die Stege über kleine Zuflüsse zur Paußnitz bewältigen wir gut, da passen Grit und ich eben auf, dass unsere Freunde nicht ins Wasser fallen.

Wieder einmal schneller wie geplant, erreichen wir die Bistumshöhe. Das Tempo bis hierher ist deutlich über den geplanten 5,0 km/h und eigentlich nicht so unser Ding. Wir wollen eigentlich nicht erschöpft in Zwenkau ankommen. „Berghenne“ ist die Delikatesse an der ersten Verpflegungsstelle und die Freunde vom DRK-Versorgungszug Zwenkau haben sich mächtig angestrengt. Auch hier ein freundliches „Hallo“ - man kennt sich eben aus all den Jahren, seit es diese Wanderung gibt.

Der lange Weg am Zwenkauer See ist uns zwar ausreichend vertraut und die Senke beim Auslaufbauwerk des Sees kennen wir, dennoch ziehen sich die Kilometerchen bis Zitzschen. Wir sind gut gelaunt und schwatzen und so vergeht die Zeit recht schnell.

Zitzschen nun bereits im Fackelschein und wieder viele kurze Gespräche mit Wanderfreunden, die uns erkennen, auch Henrik Wahlstadt ist vor Ort, der erfolgreiche Macher dieser und vieler anderer Sportveranstaltungen. Ich werde von meiner Gruppe „abgemahnt“, auch mal wieder ans Wandern zu denken. Beim Rumstehen macht man keine Kilometer.

Die Lindenallee und den Blick auf das Trianon kann man nicht beschreiben – man muss es gesehen haben. Grit und ich versuchen, unseren beiden Begleitern zu erläutern, was wir sehen und erleben. So ein wenig glaube ich, Annett und Daniel können das auch sehen, wenn nicht mit den Augen, dann mit den anderen Sinnen, die ganz anders geschult sind. Es ist halt immer wieder ein Erlebnis und ich bin stolz wie Bolle, dieses Event und diese Einlagen mal ins Leben gerufen zu haben.

Viel zeitiger wie geplant, sind wir oben im Rathaushof von Zwenkau – wir hatten ein hohes Durchschnittstempo. Viele Freunde treffen wir, auch von der Stadtverwaltung. Auch unser Abholdienst ist mit den Pkw's zur Stelle und so richtig müde und erschöpft ist keiner von uns. Das lässt hoffen, dass wir in wenigen Stunden auch Etappe Nr. 2 von Großstädteln über Wachau nach Markkleeberg mit Bravour unter die Füße nehmen können.

Eine schöne Wanderung „ … mit Freunden unterwegs.“ geht erfolgreich zu Ende, und eins ist sicher: Nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei – vielleicht auf einer anderen Strecke.

@Wolfgang Flohr

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