Der Haselbacher See

Von allen Tagebauseen im Leipziger Neuseenland, verfügt der Haselbacher See wohl über die langwierigste Entstehungsgeschichte und ist dadurch ein wahres Naturparadies. Zwischen 1954 und 1977 wurden rund 126 Millionen Tonnen Braunkohle an Stelle des heutigen, südlich von Leipzig gelegenen, Freizeitsees abgebaut. Nachdem der Abbau von Kohle dann nach 23 Jahren planmäßig eingestellt wurde, dauerte es noch weitere 16 Jahre, bis das erste Flutungswasser aus einem benachbarten Tagebau zugeleitet wurde. Durch diesen zeitlichen Nachteil, entstanden rund um den See zahlreiche vorteilhafte Wälder sowie naturnahe Strandbereiche. Als der See nach langem Ruhen also endlich nutzbar gemacht wurde, hatte die Natur ihn bereits begrünt und bewachsen. Die eingeleitete Flutung dauerte bis 2003 an. Tatsächlich wir aber noch bis voraussichtlich 2055 weiterhin Wasser in den Haselbacher See geleitet werden müssen. Denn erst wenn sich der Wasserspiegel durchden Grundwasseranstieg von alleine hält, benötigt der See keine Fremdwasserzufuhr mehr. Das vollständig geflutete Restloch des Tagebaus bietet mittlerweile auf rund 3,35 km2 nicht nur viel Natur sondern auch ein paar Freizeitaktivitäten.

Aktivitäten auf und um den See

Seit 1990 verläuft die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen genau durch den
See. Der Haselbacher See liegt dadurch zu drei Vierteln in Sachsen und zu einem Viertel in Thüringen. Es gibt ausgewiesene Sandstrände für alle Sonnenanbeter sowie die Möglichkeit auf eigene Gefahr zu baden. Und sogar einen Bootssteg gibt es seit 2006 am Haselbacher See. Die dort ansässigen Vereine bieten zudem auch einige sportliche Freizeitaktivitäten an. Vom Tauchen und Angeln über Segeln, Paddeln, Rudern und Surfen ist für jede Wasserratte was dabei. Eine ganz besondere Attraktion stellt zudem die Kohlebahn Meuselwitz da. Sie wird vom gleichnamigen Verein ehrenamtlich betrieben und fährt die Originalstrecke zwischen Meuselwitz und Regis-Breitingen auf einer 900-Millimeter-Spur. Im Sommer und an Wochenenden kann man diese besondere Attraktion im Leipziger Neuseenland begutachten und sogar mitfahren.

7-Seen-Wanderungen am und um den See

Auch vier der zahlreichen 7-Seen-Wanderungen durch das Leipziger Neuseenland, führenam Ufer des Haselbacher Sees entlang. Mit dabei ist die Dreiländertour XXL. Sie ist über100 km lang und selbst für geübte Wanderer eine echte Herausforderung. Diese Wanderung verläuft über das Südostufer des Sees und streift im Laufe des Weges noch einige weitere Gewässer. Wie bei fast allen Touren der 7-Seen-Wanderungen bekommt man eine abwechslungsreiche Landschaft zu sehen. Von historischen Bauten über Naturschutzgebiete und malerischen Dörfern ist für jeden Etwas dabei.

Nicht ganz so viel Durchhaltevermögen ist bei der 52 km langen "Natur-Pur"-Tour sowie der "Haselbacher See & Co"-Tour mit 49 km gefragt. Während die etwas längere der beiden Wanderungen in Zwenkau startet und über das Südostufer des Haselbacher Sees sein Ende in Kahnsdorf findet, geht die "Haselbacher See & Co" Wanderung von Lucka aus über das Südostufer des Gewässers durchs Leipziger Neuseenland nach Markkleeberg. Wem auch das noch zu lang und weit ist, der kann sich auf die gemütliche Drei-Seen-Tour begeben. Diese 7-Seen-Wanderung startet in Prößdorf nähe Lucka und endet nach 26 km in Kahnsdorf.

Natur Pur

Wenngleich beide Bundesländer wohl entschlossen sind, das Gewässer und seine umliegenden Ufer noch weiter touristisch zu erschließen, hat sich in den vergangenen Jahren bisweilen dennoch nicht sonderlich viel getan. Während auf der sächsischen Seite das Ufer sowie der Wasserbereich noch so gut wie komplett der Natur überlassen werden, gibt es auf der thüringischen Seite zumindest einen Badestrand und ein paar wenige Imbissbuden sowie Restaurants. Genau dadurch aber wurde der doch eher naturbelassene See für Einheimische zu einem ganz besonderen Schmuckstück. Dafür, dass weder auf seitens von Kreis, Kommunen noch Land besonders viele geplante Vorhaben umgesetzt wurden, wird der See von Anwohnern sehr geschätzt. Auch wenn Investoren und Tourismusexperten unzählige Möglichkeiten sehen, das Potential des Sees weiter auszuschöpfen, herrscht dort Ruhe. Von verschiedenen ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen rund um den See, Gastronomie oder regelmäßigem Busverkehr ließe sich noch so einiges mehr machen, um den Tourismus anzukurbeln, doch nicht am rund 8 km langen Ufer des Haselbacher Sees. Einzig die umliegenden Vereine, die sich ehrenamtlich engagieren, lenken hier das Treiben und Leben rund um dieses eher naturbelassene Gewässer im Leipziger Neuseenland. Ein Besuch ist für alle ruhesuchenden Wanderer und Naturliebhaber ein echtes Muss.

Denn besonders erholsam können hier ausgedehnte Wanderungen und Spaziergänge an der Südseite des Haselbacher Sees sein. Durch den Kammerforst sowie den Luckaer Forst oder das aufgeforstete Kippengelände gibt es zahlreiche Waldwege zum Entspannen und Genießen. Mit dem Auto anreisende Erholungssuchende haben zudem auch die Möglichkeit den neu geschaffenen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Sees zu nutzen.

(Fotos: Martin Ludewig, Sportfreunde Neuseenland)

Haselbacher See 7-Seen-Wanderung
Wiese vor dem Haselbacher See
Haselbacher See 7-Seen-Wanderung
Haselbacher See von oben