Die 17. Auflage des beliebten Wanderevents

Gleich einem symbolischen Akt, stürzte der grün-weiße Startbogen, der hoch über der Elektrotechnischen Sammlung Markkleeberg thronte, gegen 23 Uhr dem Boden entgegen und markierte den Abschluss der 17. Ausgabe der 7-Seen-Wanderung. Er begrub mit seinen letzten austretenden Luftströmen jene Pflastersteine unter sich, die in den vergangenen dreißig Stunden Start und Ankunft tausender Wanderfreund*innen aus der ganzen Republik und dem Ausland gesehen hatten.

Auch, wenn am Sonntag noch zahlreiche wissbegierige Kleingruppen auf thematischen Touren gemeinsam mit sachkundigen Tourleiter*innen durch den Leipziger Südraum streiften und Natur, Kultur und Geschichte in sich aufsogen, so war der zentrale Teil der 7-Seen-Wanderung damit geschafft. Nach entbehrungsreichen Tagen für die Leute vor und hinter den Kulissen begann im Mondschein der Abbau der Pavillons, die den völlig verausgabten Wander*innen für zwei Tage warmen Unterschlupf boten. Fast zweieinhalb Jahre nach dem letzten großen Wanderevent kehrte die 7-Seen-Wanderung mit einigen kleinen Änderungen und fast völlig neuem Team zurück – und blieb dabei unverwechselbar sie selbst. Über 4000 Wanderfreund*innen waren trotz Pandemie und neuem Termin zur Herbstpremiere der Traditionsveranstaltung ins Neuseenland gereist, um ein oder mehrere Touren in Angriff zu nehmen und gemeinsam altbekannte Strecken oder neue Routen zu entdecken.

Nach dem Abschied führender Köpfe, hatte das neu formierte Team um den langjährigen Vereinschef Henrik Wahlstadt, mit der ersten Pandemieausgabe gleich eine Mammutaufgabe zu bewältigen und meisterte sie mit Bravour. Bedingt durch den Ausfall des Stadtfestes und der strikten Hygienekonzepte der traditionellen Standorte in Markkleeberg zogen Zielbereich sowie Urkunden- und Startunterlagenausgabe 2021 komplett ins Freie und fanden auf dem Gelände der Elektrotechnischen Sammlung Markkleeberg ein neues Zuhause. Sie war von nun an Dreh- und Angelpunkt für die 7-Seen-Wanderung. Starter*innen und Finisher*innen begegneten sich dort mit ebenso großer Bewunderung wie Erschöpfung in der neuen Wohlfühlzone, erhielten ihre Urkunden sowie Suppe, Tee, Obst, Kuchen und die legendäre Puddingsuppe. Diese erfreute sich besonders bei den Kleinsten großer Beliebtheit: Als letzte Starter des Samstages begaben sich Kids und Eltern um 18:30 Uhr mit der Lichtertour auf eine besonders fantastische Reise durch den magisch erleuchteten Agra-Park und ließen sich danach vom süßen Traum in Schoko erwärmen. Parallel dazu erreichten die letzten Kämpfer*innen der Langdistanzen unter Jubel das Ziel und vergossen mitunter die eine oder andere Freudenträne über die Bewältigung der über 100km auf der Neuseenland XXL oder der Dreiländertour. Unter Heizpilzen und eingehüllt in dicke Decken erfreuten sie sich nun endlich dem Sitzen, strahlten vor Stolz über die Leistungen der Mitstreiter sowie die eigenen Erfolge. Die Sonne tat es ihnen tagsüber gleich und schenkte den Teilnehmern mit den letzten Atemzügen des ausklingenden Sommers noch einmal ein letztes warmes Wochenende, auch, wenn der Herbst mit der hereinbrechenden Dämmerung bereits die dicken Jacken zum Vorschein gebracht hatte.

Unterstützt durch heißen Tee, kraftspendenden Lächeln und warmem Worten der zahlreichen Ehrenamtler*innen an den Kontrollpunkten, trotzten die Wander*innen der klirrenden Kälte der Nacht und wurden mit sternenklarem Himmel und hellem Mondschein entschädigt. Dutzende Ehrenamtler*innen und Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung Markkleeberg hatten über Tage alles gegeben, um all dies zu ermöglichen: Sie verpflegten die Wander*innen, verteilten Urkunden und Medaillen, fertigten nächtliche Bus-Shuttles zu den Startpunkten ab oder begleiteten zu Fuß und per Rad eine der Touren.

Letztlich war man sich einig: Noch einmal wolle man nicht über zwei Jahre auf die 7-Seen-Wanderung warten. Muss man zumindest im nächsten Jahr nicht: In knapp einem halben Jahr werden die Wander*innen erneut nach Markkleeberg strömen und ihre Leidenschaft zelebrieren. Dann heißt es wieder im warmen Mai: WIR SEEN UNS!

Verfasser: Pascal Teubert

 

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